Ledger strebt nach Rekordjahr Expansion in New York und neue Finanzmittel an

Die weltweite Nachfrage nach Kryptosicherheit explodiert – und Ledger, der in Paris gegründete Hersteller von Hardware-Wallets, reitet auf dieser Welle höher denn je.
Wichtige Erkenntnisse:
- Ledger erwägt nach Rekordumsätzen eine große Finanzierungsrunde oder einen Börsengang in den USA im Jahr 2026.
- Die Expansion des Unternehmens nach New York spiegelt wider, wo sich das Krypto-Kapital derzeit konzentriert.
- Die steigende Zahl von Sicherheitsverletzungen und Entführungen hat die Nachfrage nach Hardware-Wallets verstärkt.
- Ledger sichert derzeit Bitcoin im Wert von rund 100 Milliarden US-Dollar und bleibt eines der wertvollsten Krypto-Unternehmen Europas.
Nach einem umsatzstarken Jahr bereitet sich das Unternehmen auf seinen nächsten großen Sprung vor: die Beschaffung von frischem Kapital und möglicherweise die Verlagerung eines Teils seines Fokus auf die Vereinigten Staaten.
Mit der Angelegenheit vertraute Quellen teilten der Financial Times mit, dass Ledger eine private Finanzierungsrunde oder sogar einen Börsengang in den USA im nächsten Jahr in Betracht zieht. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Pascal Gauthier, verbringt bereits mehr Zeit in New York, was darauf hindeutet, wo die Zukunft des Kryptogeldes liegen könnte.
„ Das Kapital für Kryptowährungen ist in die USA abgewandert”, sagte Gauthier in dem Interview. „New York ist der Ort, an dem sich alles abspielt.”
Ein Rekordjahr inmitten einer Vertrauenskrise
Der Zeitpunkt für Ledger könnte nicht besser sein. Der Umsatz des Unternehmens für 2025 ist bereits auf mehrere hundert Millionen gestiegen – das beste Ergebnis seit der Gründung – und die Weihnachtssaison, traditionell die umsatzstärkste Zeit des Jahres, steht noch bevor.
Der Anstieg folgt auf ein brutales Jahr für die Sicherheit digitaler Vermögenswerte. Das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis meldete allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 Diebstähle in Höhe von mehr als 2,17 Milliarden US-Dollar – und damit bereits mehr als im gesamten letzten Jahr. Hacks, Betrügereien und Phishing-Angriffe haben Tausende von Anlegern zu Selbstverwahrungslösungen wie den Nano-Wallets von Ledger getrieben, mit denen Nutzer Krypto-Vermögenswerte offline und somit außerhalb der Reichweite von Online-Angriffen aufbewahren können.
Über Paris hinaus: Aufbau einer globalen Basis
Ledger wurde 2014 gegründet und ist seit langem ein Eckpfeiler der Selbstverwahrungsbewegung. Das Unternehmen schützt mittlerweile Bitcoin im Wert von schätzungsweise 100 Milliarden US-Dollar für seine Kunden und hat sich zu einem der wertvollsten Krypto-Unternehmen Europas entwickelt. In seiner Finanzierungsrunde 2023, die von 10T Holdings und True Global Ventures unterstützt wurde, erreichte es eine Bewertung von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Während Ledger seinen Hauptsitz weiterhin in Frankreich hat, spiegelt seine Verlagerung nach New York eine tiefgreifende strategische Neuausrichtung wider. Angesichts der zunehmenden Konzentration institutioneller Gelder in den USA stärkt das Unternehmen seine Präsenz in der Stadt – und setzt damit effektiv darauf, dass Amerika die nächste Phase der Krypto-Einführung vorantreiben wird.
Produkterweiterung und Gegenwind in der Branche
In diesem Jahr hat Ledger mehrere neue Funktionen für Unternehmens- und Privatkunden eingeführt, darunter eine iOS-App und die Integration des TRON-Netzwerks. Doch nicht alle Upgrades wurden positiv aufgenommen. Das neue Multisignature-Wallet-Tool, das die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit verbessern soll, stieß bei Entwicklern auf gemischte Reaktionen, wobei einige die Balance zwischen Zugänglichkeit und technischer Kontrolle in Frage stellten.
Die Konkurrenten des Unternehmens – insbesondere Trezor in der Tschechischen Republik und Tangem in der Schweiz – profitieren ebenfalls von dem verstärkten Fokus auf Sicherheit. Hardware-Wallets sind zu einem seltenen Wachstumssegment in einer Kryptoindustrie geworden, die sich noch immer von Börsenpleiten und regulatorischen Auseinandersetzungen erholt.
Die menschlichen Kosten des Krypto-Reichtums
Die steigende Nachfrage nach physischer Sicherheit geht mit einem dunklen Trend einher: einer Welle von Gewaltverbrechen, die sich gegen Krypto-Besitzer richten. Ledger-Mitbegründer David Balland wurde im Januar zu einem prominenten Opfer, nachdem er von Kriminellen entführt worden war, die ein Lösegeld in Höhe von 10 Millionen Euro in Kryptowährung forderten. Er überlebte den Angriff, verlor jedoch während der Tortur einen Finger.
Die Polizei verhaftete später einen 24-jährigen Verdächtigen in Tanger, Marokko, der vermutlich hinter mehreren Krypto-bezogenen Entführungen in Frankreich steckt. Der Fall unterstreicht eine beunruhigende Realität: Mit dem Wertanstieg digitaler Vermögenswerte sehen sich deren Besitzer zunehmend realen Gefahren ausgesetzt.
Bereit für das nächste Kapitel
Der nächste Schritt von Ledger wird wahrscheinlich darüber entscheiden, ob das Unternehmen ein europäischer Gigant bleibt oder zu einem wirklich globalen Akteur wird. Da sich Investorenkapital und institutionelle Partnerschaften auf die Vereinigten Staaten konzentrieren, könnte Gauthiers Wette auf New York Ledger einen Platz in der ersten Reihe für die nächste Phase der Krypto-Einführung verschaffen.
Für ein Unternehmen, das seinen Ruf auf dem Schutz digitalen Vermögens aufgebaut hat, könnte die neue Herausforderung ebenso strategisch sein: zu beweisen, dass Sicherheitsinnovationen sich genauso schnell weiterentwickeln können wie die Risiken, die sie verhindern sollen.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com unterstützt oder empfiehlt keine bestimmten Anlagestrategien oder Kryptowährungen. Führen Sie immer Ihre eigenen Recherchen durch und konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.











