Asien entwickelt sich zum pulsierenden Herzen der KI-Wirtschaft

Während der Boom der künstlichen Intelligenz die globalen Märkte neu gestaltet, vollzieht sich eine überraschende Verschiebung: Der Schwerpunkt verlagert sich nach Asien. Während amerikanische Tech-Giganten die Schlagzeilen dominieren, sagen Analysten, dass die Region, die still und leise die Hardware für KI entwickelt – von Chips bis hin zu Rechenzentren –, langfristig die klügere Wahl sein könnte.
Wichtige Erkenntnisse
- Asien kontrolliert den Großteil der weltweiten Versorgung mit Halbleitern und KI-Infrastruktur.
- Saxo Markets sieht die Region als kostengünstigere und stabilere Möglichkeit, in das Wachstum der KI zu investieren.
- Die Bewertungen von US-Technologieunternehmen bleiben hoch und konzentrieren sich auf wenige Mega-Cap-Unternehmen.
- Kapitalinvestitionen in KI-Hardware fließen weiterhin in großem Umfang nach Taiwan, Korea und Japan.
In seinem aktuellen Ausblick auf den Markt argumentiert Saxo Markets, dass Asien zum eigentlichen Motor des KI-Zeitalters geworden ist. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Region – angeführt von Taiwan, Südkorea und Japan – mittlerweile den größten Teil der weltweiten Halbleiterproduktion und fast die gesamte Produktion von fortschrittlichen Chip-Gehäusen ausmacht.
Diese Dominanz verschafft asiatischen Unternehmen eine Ertragsstabilität, die ihren US-amerikanischen Konkurrenten derzeit fehlt. Wie Charu Chanana von Saxo erklärt, geht es bei der Investition nicht darum, einem Hype hinterherzujagen. „Das echte Geld steckt in der Lieferkette – dort, wo der KI-Traum zu greifbarer Infrastruktur wird“, sagte sie aus Singapur.
Das Preisproblem des Silicon Valley
Die Warnung von Saxo kommt zu einer Zeit, in der US-Technologieaktien gefährlich teuer zu werden scheinen. Der S&P 500 Information Technology Index wird mit fast dem 30-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt, fast doppelt so viel wie der MSCI Asia Pacific Tech Multiple. Analysten sagen, dass diese hohen Preise zunehmend an eine kleine Gruppe von Unternehmen gebunden sind, was das Risiko einer Blase verstärkt.
Die Besorgnis über sogenannte „Circular Deals“ im Silicon Valley wächst – Situationen, in denen KI-Unternehmen in die Projekte anderer investieren und so die Bewertungen in die Höhe treiben, ohne echte Gewinne zu erzielen. Nvidia und OpenAI, zwei der größten Namen der Branche, stehen im Mittelpunkt dieser Diskussionen und schüren Fragen darüber, ob sich die US-Märkte in einer Spekulationsspirale befinden.
Asiens Vorteil: Reale Produktion, nicht nur Narrative
Im Gegensatz dazu liegt Asiens KI-Engagement eher in der physischen Produktion als im Finanzengineering. Die Chiphersteller, Speicherlieferanten und Hardwarehersteller der Region sind für den globalen KI-Ausbau unverzichtbar geworden. Jeder neue Server, jeder neue GPU-Cluster und jede Erweiterung von Rechenzentren hängt von ihrer Produktion ab.
Dadurch spielt Asien weniger eine Rolle als Geschichtenerzähler, sondern vielmehr als Ausführender. Milliarden von Dollar an Investitionen globaler Technologieunternehmen fließen direkt in die industrielle Basis Asiens und sichern so die Gewinne, selbst wenn die globale Nachfrage schwankt. „Fast jeder Dollar, der für KI-Infrastruktur ausgegeben wird, fließt irgendwo in eine asiatische Lieferkette“, so Chanana in dem Bericht von Saxo.
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Ein günstigerer Einstieg in denselben Megatrend
Für Anleger bedeutet dies, dass sie nicht unbedingt hochfliegende US-Aktien besitzen müssen, um vom KI-Boom zu profitieren. Saxo bezeichnet Asien als „einen eher gewinnorientierten Einstieg in denselben Megatrend“ und verweist auf regionale Chiphersteller, Komponentenproduzenten und Rechenzentrumsbetreiber als Hauptnutznießer der anhaltenden KI-Expansion.
Die fundamentale Situation ist einfach: Während westliche Unternehmen den Traum von KI verkaufen, bauen asiatische Unternehmen ihn auf. Mit Bewertungen, die etwa halb so hoch sind wie in den USA, bieten sie sowohl Hebelwirkung für Wachstum als auch Schutz vor der Überhitzung, die derzeit den KI-Handel im Silicon Valley prägt.
Der Wandel findet bereits statt
Kapitalflüsse und institutionelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich Investoren still und leise in Richtung Asiens Hardware-Backbone orientieren. Globale Fonds, die die Lieferketten für Halbleiter und Automatisierung in Taiwan, Japan und Südkorea verfolgen, verzeichnen seit Mitte 2025 stetige Zuflüsse.
Und mit der Weiterentwicklung der KI könnte sich auch die Geografie der Renditen weiter verändern. „Die physische Wirtschaft der KI ist asiatisch“, sagte ein in Singapur ansässiger Fondsmanager. „Von Chips bis zu Cloud-Servern wird die Zukunft hier gebaut – und nicht nur dort programmiert.“
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