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Blockchain

Alibaba führt tokenisierte B2B-Zahlungen mit Technologie von JPMorgan ein

Alibaba führt tokenisierte B2B-Zahlungen mit Technologie von JPMorgan ein

Seit Jahrzehnten wird das Versprechen schnellerer grenzüberschreitender Unternehmenszahlungen weitaus häufiger diskutiert als umgesetzt. Die Systeme, mit denen Billionen von Dollar zwischen Importeuren und Lieferanten transferiert werden, basieren nach wie vor auf einem Flickenteppich aus Korrespondenzbanken, Zeitverzögerungen aufgrund unterschiedlicher Zeitzonen und Umrechnungsgebühren.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Alibaba plant, tokenisierte Bankeinlagen zu nutzen, um globale B2B-Zahlungen zu modernisieren.
  • Das Blockchain-Netzwerk Kinexys von JPMorgan wird als Backbone für die Abwicklung dienen.
  • Das System zielt darauf ab, Verzögerungen von 48 bis 72 Stunden bei grenzüberschreitenden Handelszahlungen zu beseitigen.
  • KI-generierte Verträge und automatisierte Abwicklung werden bei der Einführung zusammenwirken.

Alibaba glaubt jedoch, dass die Zeit für eine echte Disruption endlich gekommen ist – und das Werkzeug, das dies ermöglicht, sind weder Kryptowährungen noch CBDCs, sondern tokenisierte Bankeinlagen, die auf privaten Blockchain-Schienen betrieben werden.

Anstatt mit einer eigenen Technologie zu beginnen, suchte Alibaba einen Partner, der bereits groß angelegte tokenisierte Abrechnungen durchführt. Hinter den Kulissen hat der Gigant mit der Kinexys-Abteilung von JPMorgan zusammengearbeitet, einem Projekt, das still und leise Teile der Großhandelsbankinfrastruktur in programmierbare, Blockchain-basierte Zahlungssysteme umgewandelt hat. Die Zusammenarbeit hat nun die Einführungsphase erreicht, und Alibaba bereitet sich darauf vor, Teile seines globalen B2B-Zahlungsverkehrs auf das neue Modell umzustellen.

Warum Alibaba glaubt, dass Tokenisierung den Handel verbessern kann

Das Zahlungsteam des Unternehmens sagt, dass der Durchbruch nicht nur in der Geschwindigkeit liegt, sondern auch in der Vorhersehbarkeit. Lieferanten berichten häufig, dass Rechnungen zwei bis drei Tage lang in der Bearbeitung hängen bleiben, ohne dass klar ersichtlich ist, wo die Gelder stecken bleiben. Tokenisierte Einzahlungen, die durch US-Dollar und Euro in regulierten Institutionen gedeckt sind, werden sofort zwischen den teilnehmenden Banken abgerechnet, selbst wenn die Unternehmen auf gegenüberliegenden Seiten der Welt ansässig sind.

Durch den Wegfall der Wartezeit von 48 bis 72 Stunden profitieren Exporteure von einem schnelleren Cashflow, während Käufer die kaskadenartigen Strafen und Streitigkeiten vermeiden, die durch verspätete Abrechnungen entstehen.

KI kommt in Alibabas Strategie vor Blockchain

Die Überarbeitung des Zahlungssystems umfasst auch eine separate, aber ergänzende Initiative. Alibaba testet derzeit Agentic Pay, ein KI-System, das Chats zwischen Lieferanten und Käufern in verbindliche Zahlungsvereinbarungen umwandelt und die Freigabeanweisungen automatisiert. Die Idee dahinter ist, den Papierkram-Engpass zu beseitigen, bevor der Abrechnungsengpass angegangen wird.

Erst wenn beide Ebenen – Verträge und Abrechnung – digital generiert sind, sieht Alibaba die Blockchain als leistungsstark an.

Warum JPMorgan das logische Rückgrat ist

Während Technologieplattformen mit Krypto-Stablecoins für den internationalen Handel experimentiert haben, werden multinationale Unternehmen oft keine Vermögenswerte akzeptieren, die außerhalb der gängigen Bankregulierung liegen. Das Tokenisierungsmodell von JPMorgan behält die Fiat-Absicherung, Compliance-Kontrollen und vollständige regulatorische Rückverfolgbarkeit bei und bietet gleichzeitig Smart-Contract-Funktionalität. Für Alibaba ist der Reiz, dass nichts neu erfunden werden muss – die Bankinfrastruktur ist bereits vorhanden; die Blockchain wird einfach zum Abwicklungsmotor und nicht zu einer neuen Währung.

Was passiert, wenn es im Dezember losgeht

Der Zeitplan für die Einführung bei Alibaba sieht Ende Dezember vor, wobei zunächst der Schwerpunkt auf Korridoren mit hohem Lieferantenaufkommen liegt und anschließend eine schrittweise Ausweitung erfolgt. Analysten gehen davon aus, dass das Abwicklungsvolumen bei einem erfolgreichen Pilotprojekt auf mehrere Milliarden pro Jahr anwachsen könnte, nicht weil die Zahlungsbranche neue Technologien wünscht, sondern weil Lieferanten alles übernehmen werden, was die Zahlungsdauer zuverlässig verkürzt.

Im weiteren Sinne könnte das System, wenn es sich als skalierbar erweist, die Einstellung von Regierungen und Banken zu digitalem Geld beeinflussen. Tokenisierte Einlagen könnten zu einem Weg werden, den weder Krypto-Maximalisten noch CBDC-Befürworter vorhergesagt haben – eine Möglichkeit für den globalen Handel, schneller zu agieren, ohne bestehende Währungen zu ersetzen.


Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com unterstützt oder empfiehlt keine bestimmte Anlagestrategie oder Kryptowährung. Führen Sie immer Ihre eigenen Recherchen durch und konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

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Reporter at Coindoo

Alexander Zdravkov ist jemand, der immer nach dem Sinn hinter den Dingen sucht. Er hat mehr als drei Jahre Erfahrung im Kryptobereich, wo er geschickt neue Trends in der Welt der digitalen Währungen erkennt. Ob er nun fundierte Analysen oder tägliche Berichte zu allen Themen liefert, sein tiefes Verständnis und seine Begeisterung für das, was er tut, machen ihn zu einem wertvollen Mitglied des Teams.

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